Kubistische Stelen gestalten
Modellieren im Stil von Pablo Picasso
In diesem Projekt gestalten Schülerinnen und Schüler eine plastische Gesichtsstele aus Modelliermasse und Holz im Stil von Pablo Picasso.
Ausgehend von ausgewählten Porträts und Skulpturen Picassos analysieren sie typische Merkmale des Kubismus.
Anschließend übertragen sie diese Gestaltungsideen in eine eigene plastische Arbeit.
Geeignet für:
ab 3. Klasse
ab 9 Jahren
Kunstunterricht
Werken und Gestalten
Zeitrahmen:
3 - 4 Unterrichtsstunden
Lernbereich:
- Kunstgeschichte
- Einblick in die Biografie und Entwicklung des Künstlers
- Bildnerisches und plastisches Gestalten
- Farbe und Wirkung
Künstler Steckbrief: Pablo Picasso
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Was wird geschult?
Folgende Kompetenzbereiche werden mit diesem Modell besonders gestärkt:
Fachkenntnis
- Leben und Wirken von Pablo Picasso
- Merkmale des Kubismus benennen (Mehransichtigkeit, Formzerlegung, Abstraktion)
- Unterschied zwischen realistischem Porträt und abstrahierter Darstellung verstehen
- Grundlagen des plastischen Gestaltens anwenden (Formaufbau, Verbindungstechniken, Oberflächengestaltung)
Kreativität
- Gesichter bewusst verfremden und neu zusammensetzen
- Mutig mit Proportionen, Farben und Formen experimentieren
- Eigene Gestaltungsideen entwickeln und weiterführen
- Ausdruck durch Farbkontraste und Linien gezielt verstärken
Persönlichkeitsentwicklung
- Hemmungen gegenüber „ungewöhnlichen“ Darstellungen abbauen
- Eigene gestalterische Entscheidungen begründen
- Akzeptanz unterschiedlicher Ausdrucksformen entwickeln
- Selbstbewusstsein durch Präsentation der eigenen Arbeit stärken
Das wird benötigt:
Material:
- Modelliermasse lufttrocknend, weiß
- Holzklotz
- Holzrundstab
- Acryl- oder Schulmalfarbe
Nützlich ist auch:
- Unterlage
- Mischpalette
- Modellierwerkzeug
- alte Lappen
Werkzeuge:
- Pinsel rund und flach
- Haushalsmesser
- Schürze
- Pinselbecher
- Bohrer
Unterrichtsablauf:
In diesem Projekt nähern sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema Porträt zunächst über die Kunstbetrachtung. Anhand ausgewählter Werke von Pablo Picasso werden typische Merkmale des Kubismus gemeinsam analysiert:
Welche Formen erkenne ich? Sind die Gesichter symmetrisch? Wo befinden sich Augen, Nase und Mund? Wie wirken die Farben?
Dabei wird deutlich: Gesichter dürfen „verdreht“ sein, Augen können an unterschiedlichen Positionen erscheinen. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“, sondern unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten. Passend dazu steht der Download „Künstlerprofil Pablo Picasso“ zur Verfügung – ideal zur Einführung oder als begleitendes Arbeitsblatt.
In der anschließenden Gesichtsstudie skizzieren die SuS Gesichter auf Papier und zerlegen sie in einfache geometrische Flächen, dabei experimentieren mit ungewöhnlichen Proportionen.
Erst danach beginnt die plastische Umsetzung. Die SuS übertragen ihre Idee in Modelliermasse, arbeiten Gesichtselemente plastisch heraus und verbinden einzelne Formen zu einer stabilen Gesamtstruktur. Nach dem Trocknen wird die Stele farbig gefasst. Dabei stehen kräftige, kontrastreiche Farben und klare Konturen im Vordergrund.
Den Abschluss bildet eine Präsentationsphase, in der die Arbeiten betrachtet und hinsichtlich Form, Wirkung und Ausdruck reflektiert werden. Der Fokus liegt dabei nicht auf Perfektion, sondern auf dem Mut zur Abweichung und dem bewussten Einsatz von Gestaltungsmitteln.
Tipp
Die Gesichtsstudie ist entscheidend. Wer direkt mit Modelliermasse startet, erhält häufig symmetrische „Normalgesichter“. Durch das vorherige spielerische Komponieren entstehen mutigere, abstrahierte Lösungen.
Stelen gestalten:
1. Gesichts-Studie auf Papier - Ideen entwickeln und experimentieren
- Einzelne Gesichtselemente (Gesichtsgrundform, Augen, Nase, Mund, Ohren, Augenbrauen, Wangen) jeweils separat auf Papier zeichnen.
- Elemente bewusst übertreiben und abstrahieren
- Gewünschten Teile sauber ausschneiden
- Die ausgeschnittenen Elemente immer wieder neu anordnen und ausprobieren: Augen auf unterschiedlicher Höhe, Nase seitlich versetzt, Mund schräg oder geteilt
- Mit verschiedenen Varianten experimentieren, bis eine spannende Lösung entsteht.
2. Plastisches Modellieren des Gesichts
- Modelliermasse weich kneten.
- Eine ca.1,5 - 2,5cm dicke Platte ausrollen.
- Die Gesichtsgrundform nach der Skizze zuschneiden oder frei formen.
- Augen, Nase, Mund und weitere Elemente separat aus kleinen Portionen Masse modellieren.
- Gesichtselemente auf die Grundform aufsetzen.
- Übergänge mit leicht angefeuchteten Fingern oder Werkzeug andrücken und stabil verbinden.
- Darauf achten, dass keine Hohlräume entstehen.
- Oberfläche glätten und bei Bedarf geometrische Linien oder Muster einarbeiten.
3. Aufbau der Stele und Gestaltung
- Holzstab mittig unten vorsichtig in das noch feuchte Modell einsetzen.
- Stabilität prüfen und ggf. nacharbeiten.
- Modell vollständig trocknen lassen (je nach Material 1–2 Tage).
- Mit Schulmal- oder Acrylfarben kräftig bemalen.
- Farbflächen klar voneinander absetzen.
- Konturen mit Acrylmalstift oder feinem Pinsel nachziehen.
- In den Holzklotz ein Loch bohren (durch Lehrkraft oder unter Aufsicht).
- Holzstab einsetzen und ggf. fixieren.
- Standfestigkeit kontrollieren.
Kubismus kindgerecht erklärt:
Im Kubismus werden Dinge und Gesichter nicht realistisch gemalt, sie werden in geometrische Formen zerlegt. Man sieht mehrere Blickwinkel gleichzeitig. Wichtig ist der Ausdruck – nicht die Wirklichkeit.
Merksatz: „Im Kubismus darf ein Gesicht alles – nur nicht langweilig sein.“