Fuchs & Eule aus Soft-Ton modellieren
Fuchs & Eule aus Soft-Ton modellieren
Geeignet für:
ab 3. Klasse
Kunstunterricht
Werken & Gestalten
Sachunterricht: Tiere im Wald und im Jahresverlauf
Förderschule & Reha
Zeitrahmen:
3-4 Schulstunden
Achtung: mehrtägiger Trocknungszeit beachten
Lernbereich:
- Modellieren mit lufttrocknendem Soft-Ton
- dreidimensionales Gestalten
- Formen und Verbinden plastischer Teile
- Oberflächen- und Farbgestaltung
Differenzierungsmöglichkeiten
Der Fuchs dient als Hauptmodell des Projekts. Als einfachere Variante kann die Eule gestaltet werden, da ihr Kopf gröber geformt wird und keine zusätzliche Schnauze modelliert werden muss. Auch bei der Farbgestaltung lässt sich vereinfachen: Statt der Tupftechnik mit Schwamm und anschließendem Anschleifen können die Köpfe direkt mit Pinsel oder Acrylmarkern bemalt werden.
Was wird geschult?
Folgende Kompetenzbereiche werden mit diesem Modell besonders gestärkt:
Fachkenntnis:
- Die Schülerinnen und Schüler lernen grundlegende Techniken des Modellierens kennen.
- Sie formen aus Soft-Ton einen dreidimensionalen Kopf für einen Fuchs oder eine Eule.
- Sie lernen, einzelne Tonteile durch Aufrauen, Befeuchten und Andrücken stabil miteinander zu verbinden.
- Sie bearbeiten getrocknete Oberflächen mit Schleifpapier.
- Sie gestalten die Tierköpfe mit Acrylfarbe, Pinsel, Schwämmchen und Farbmarkern.
- Sie kombinieren Soft-Ton mit Bast, Jutegarn, Holzperlen und Naturmaterialien.
Kreativität:
- Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eine individuelle Farb- und Materialgestaltung.
- Sie wählen passende Naturmaterialien aus und ordnen diese bewusst an.
- Sie verändern Gesichtsausdruck, Farbgebung und Dekoration ihres Fuchses oder ihrer Eule.
- Sie treffen eigene gestalterische Entscheidungen und setzen diese praktisch um.
Motorik
- Das Kneten, Formen und Glätten fördert die Kraftdosierung und Beweglichkeit der Hände.
- Das Bemalen kleiner Flächen stärkt die Auge-Hand-Koordination.
- Beim Binden, Fädeln und Befestigen der Materialien wird die Feinmotorik geschult.
Persönlichkeitsentwicklung:
- Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit.
- Sie suchen eigene Lösungen bei Rissen, instabilen Verbindungen oder schwierigen Formen.
- Sie erfahren, dass Modellieren mehrere Arbeitsschritte und Geduld erfordert.
Das wird benötigt:
Material:
- Soft-Ton in Terrakotta oder Weiß
- Acrylfarbe in herbstlichen Tönen
- Farbmarker
- Jutegarn
- Naturbast in passenden Herbstfarben
- Holzperlen
- Alleskleber
- Zweige, Blätter, Gräser, Fruchtstände und weitere geeignete Naturmaterialien passend zum Herbst
Nützlich ist auch:
- Kreisschablone
- Smyrnanadel
- Modellier- oder Bastelunterlage
- Wasserbecher
- Schleifpapier
- Mischpalette
- Küchenwaage
- Küchenrolle
- Kunststofftüte oder Frischhaltefolie
- Feuchttücher
- Materialschalen
Werkzeuge:
- Modellierhölzer oder Modellierspachtel
- Bleistift
- Lineal
- Schere
- geeignetes Messer
- Malschwämmchen oder Stupfpinsel
- Rundpinsel
Unterrichtsablauf:
Zum Einstieg wird der Herbst als übergreifendes Thema aufgegriffen. Gemeinsam beobachten und beschreiben die Schülerinnen und Schüler Veränderungen in der Natur und tauschen sich darüber aus, welchen Tieren sie im Wald, im Garten oder auf dem Schulhof begegnen können. Bilder, Bücher oder kurze Tiersteckbriefe helfen dabei, typische Merkmale von Fuchs und Eule herauszuarbeiten. Ziel ist keine naturgetreue Nachbildung, sondern die bewusste Wahrnehmung charakteristischer Formen und deren freie gestalterische Umsetzung.
Die Naturmaterialien können vorab auf dem Schulhof, im Schulgarten oder bei einem Herbstspaziergang gesammelt werden. Alternativ bringen die Kinder geeignete Fundstücke von zu Hause mit. Beim Betrachten und Sortieren setzen sie sich mit Farben, Formen, Oberflächen und Materialeigenschaften auseinander. Anschließend entscheiden sie, ob sie einen Fuchs oder eine Eule gestalten möchten.
In der praktischen Arbeitsphase lernen die Kinder den Soft-Ton als formbares Material kennen. Sie entwickeln aus einer Grundform einen dreidimensionalen Tierkopf und erfahren, wie einzelne Tonteile stabil miteinander verbunden werden. Der Fuchs ist durch seine feinere Kopfform und die zusätzlich angesetzte Schnauze etwas anspruchsvoller. Die Eule kann gröber geformt werden; ihr Schnabel wird später aufgemalt. Die Lehrkraft unterstützt mit kurzen Demonstrationen und gibt Hilfestellung, ohne die individuellen Gestaltungslösungen vorzugeben.
Nach der Trocknungsphase werden die Oberflächen vorsichtig überarbeitet und farbig gestaltet. Gesichtsausdruck und Farbgebung bleiben bewusst offen, sodass individuelle Füchse und Eulen entstehen. Bei Bedarf kann eine besondere Gestaltungstechnik eingeführt werden: Die Farbe wird mit einem Schwamm in mehreren Schichten aufgetupft und nach dem Trocknen stellenweise leicht angeschliffen. So entsteht ein dezenter Vintage-Look. Alternativ können die Modelle einfacher mit Pinsel oder Acrylmarkern bemalt werden.
Durch die Verbindung des modellierten Kopfes mit Bast, Jutegarn, Holzperlen und Naturmaterialien setzen sich die Kinder abschließend mit Materialkombination, Anordnung und Wirkung auseinander. In einem Museumsgang präsentieren sie ihre Ergebnisse, beschreiben gelungene Arbeitsschritte und reflektieren Schwierigkeiten sowie eigene Lösungswege. Die fertigen Modelle können anschließend als gemeinschaftliche Herbstdekoration im Klassenzimmer oder Schulhaus aufgehängt werden.
TIPP: Naturmaterialien prüfen
Die Fundstücke sollten trocken, sauber und möglichst leicht sein. Unbekannte Beeren, giftige Pflanzenteile oder sehr feuchte Materialien werden aussortiert. Kleine vorsortierte Materialschalen erleichtern den Kindern später die Auswahl.
Fuchs modellieren
Um den Unterricht gut zu planen und die einzelnen Arbeitsschritte übersichtlich zu strukturieren, kann das Projekt in verschiedene Phasen eingeteilt werden:
- Arbeitsplätze vorbereiten: Soft-Ton portionieren, Werkzeuge und Materialien bereitstellen sowie beschriftete Trocknungsplätze einrichten. Gesammelte Naturmaterialien prüfen und sortieren.
- In das Thema einführen: Den Herbst sowie typische Merkmale von Fuchs und Eule gemeinsam betrachten. Anschließend wählen die Kinder ihr Modell aus.
- Tierkopf modellieren: Die Grundform herstellen und die typischen Merkmale ausarbeiten. Beim Fuchs wird zusätzlich eine Schnauze angesetzt, während der Schnabel der Eule später aufgemalt wird.
- Modelle kennzeichnen und trocknen: Die Grundkörper eindeutig beschriften und an einem geschützten Ort langsam trocknen lassen. Vor der weiteren Bearbeitung mindestens zwei bis drei Tage einplanen.
- Oberfläche und Farbe gestalten: Vollständig getrocknete Modelle vorsichtig schleifen und anschließend frei oder mithilfe einer eingeführten Gestaltungstechnik bemalen.
- Mit Bast und Naturmaterialien ergänzen: Eine Quaste als Körper herstellen und die Modelle individuell mit Jutegarn, Holzperlen, Blättern, Zweigen oder Gräsern gestalten.
- Ergebnisse reflektieren und präsentieren: Die fertigen Füchse und Eulen in einem Museumsgang betrachten, den Arbeitsprozess reflektieren und die Modelle anschließend im Klassenzimmer oder Schulhaus dekorieren.
So geht´s:
Step1
Pro Modell etwa 100g Soft-Ton abwiegen und handwarm kneten. Eine Rolle formen und ca. ⅓ der Masse für Ohren und Nase abtrennen und auf Seite legen.
Step 2
Mit einem Bastel- oder Modelliermesser eine Vertiefung von ca. 2 cm ausschneiden aus der Rolle ausschneden. Finger befeuchten und über diese Vertiefung die Kopfform des Fuchses formen.
Step 3
Die Form des Kopfes sollte in etwa einer Glocke ähneln. Anschließend den Hohlkörper mit einem Modellierstab und angefeuchteten Fingern von innen und außen glätten.
Step 4
Auf der Oberseite der "Glocke" wird mit einem Modellierstab ein ca. 3mm starkes Loch durchstochen, durch das später die Aufhängung gefädelt werden kann. Die Lochkanten glatt formen.
Step 5
Zwei Ohren modellieren. Die Stellen an denen Ohren und Kopf sich später verbinden sollen mit einem Messer oder Modellierstab anrauen und mit Wasser benetzen.
Tipp:
Wird die Modelliermasse beim Verarbeiten zwischendurch antrocknen, kann man die Handflächen oder den Soft-Ton mit Wasser benetzen. Dadurch wird die Masse wieder weicher und formbar.
Step 6
Ohren an den Kopf drücken und mit einem Modellierstab die Verbindungsstellen glätten. Genauso mit der Schnauze verfahren. Erst formen, dann anrauen, ansetzen und mit Modellierstab glätten.
Step 7
Den Fuchs auf Küchenpapier in eine Plastiktüte legen und 2–3 Tage trocknen lassen. Täglich kurz lüften. Anschließend 1–2 Tage an der Luft nachtrocknen. Nicht in die Sonne legen oder Wärme zuführen.
Step 10
Augen- und Brustpartie mit einem Bleistift anzeichen. Gelbe Augenfarbe und weiße Farbe für Brust- und Gesichtspartien mit dem Rundpinsel auftragen und trocknen lassen.
Step 11
Orange Augenfarbe mit dem Pinsel oder Farbmarkern auftragen, trocknen lassen. Schwarze Pupille und Schnauze aufmalen und trocknen lassen
Step 12
Ca. 40 cm Jutegarn abtrennen und mit Hilfe der Smyrnadel die beiden Garnenden ins Kopfinnere führen. Die Enden im Inneren des Fuchses miteinander verknoten. Schlaufe liegt außen, über dem Kopf.
Step 13
Bast zu einer Quaste umschlagen und mit ca. 30 cm Jutegarn umwickeln und verknoten. Die kurze Seite der Quaste mit einer Schere abschneiden.
Einfachere Differenzierung:
Eule modellieren
Die Eule wird grundsätzlich nach demselben Ablauf wie der Fuchs hergestellt. Da keine separate Schnauze modelliert und angesetzt werden muss, ist der Tierkopf etwas einfacher zu gestalten. Farbgebung, Gesichtsausdruck und Dekoration ist für die Schülerinnen und Schüler frei wählbar. Die mehrschichtig gestaltete Augen und eine Perlenkette sind zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten und dienen als Beispiele für die Sus. Diese Punkte sind im Vergleich zum Fuchs anders:
- Etwas mehr Soft-Ton verwenden: Für den größeren Eulenkopf werden ungefähr 160 g Soft-Ton benötigt.
- Keine Schnauze ansetzen: Im Unterschied zum Fuchs wird bei der Eule keine separate Schnauze aus Soft-Ton modelliert.
- Kopf frei bemalen: Den getrockneten Kopf in selbst gewählten Farben gestalten. Orange-, Braun-, Gelb- und Weißtöne können als Orientierung dienen. Der Vintage-Look wird, auch bei der Eule, am besten mit Schwamm und Schleifpapier erzielt.
- Augen gestalten: Die Augen frei aufmalen oder aus mehreren unterschiedlich großen Farbkreisen mit Hilfe einer Kreisschablone aufmalen. Farbe zwischen den einzelnen Farbschichten jeweils trocknen lassen.
- Schnabel aufmalen: Den Schnabel mit Bleistift vorzeichnen und anschließend farbig ausmalen. Er wird nicht aus Soft-Ton modelliert.
- Quaste mit Perlen dekorieren: Holzperlen können einzeln aufgeklebt, frei angeordnet oder als kleine Kette auf Jutegarn gefädelt und um den oberen Bereich der Quaste gelegt werden.
Step 15
Herbstliche Naturmaterialien und Holzperlen mit in die Quaste kleben und gut trocknen lassen.
Step 16
Fertig! Nach dem Trocknen können die fertigen Modelle nun gemeinsam im Schulhaus dekoriert werden.
Didaktischer Hinweis:
Lass die SuS Gesichtsausdruck, Farbgebung, Körperform und Dekoration individuell gestalten. So entstehen unterschiedliche Lösungen, obwohl alle mit den selben Grundtechniken zum selben Thema arbeiten.