Abstrakte Kunst mit Wolle und Farbe
Kandinskys Bildsprache mit Farbe, Form und Material erforschen
In diesem Projekt gestalten Schülerinnen und Schüler ein abstraktes Fadenbild auf einer Holzplatte. Inspiriert von der Bildsprache Wassily Kandinskys experimentieren sie mit Kreisen, Linien, Farbkontrasten und Komposition.
Besonders spannend: Linien werden nicht nur gemalt, sondern mit Wolle gelegt und geklebt. Dadurch entsteht ein Bild, das Fläche und Material verbindet – gemalte und reale Linien treten in Beziehung zueinander. Die Kinder erleben, wie abstrakte Kunst über Wirkung funktioniert und entwickeln eine eigene Bildsprache.
Geeignet für:
ab 4. Klasse
ab 10 Jahren
Kunstunterricht
Werken und Gestalten
Zeitrahmen:
3-4 Unterrichtsstunden
Modular aufgebaut:
1Stunde: Bildbetrachtung, Einführung abstrakte Kunst & Grundierung
2.Stunde: Skizzenphase & Malerische Gestaltung
3.Stunde: Arbeit mit Wolle & Reflexion
Trocknungszeiten einplanen!.
Lernbereich:
- Abstrakte Kunst verstehen
- Wirkung von Farben und Kontrasten erproben
- Komposition bewusst planen
- Materialeigenschaften von Holz, Farbe und Wolle kennenlernen
- Eigene Bildideen entwickeln und reflektieren
Was wird geschult?
Folgende Kompetenzbereiche werden mit diesem Modell besonders gestärkt:
Fachkenntnis:
- Merkmale abstrakter Kunst benennen
- Kontraste gezielt einsetzen
- Materialeigenschaften von Holz, Farbe und Wolle verstehen
Kreativität:
- Eigene Bildkomposition im Stile abstakter Kunst entwickeln
- Linien als Ausdrucksmittel variieren
- Materialien bewusst zur Verstärkung der Wirkung einsetzen
Motorik:
- Präzise Pinselführung und sauberes ausmalen
- Dosiertes Arbeiten mit Klebstoff
- Sauberes Legen und Fixieren von Wollfäden
Das wird benötigt:
Material:
- Sperrholzplatte (Bsp: 210 x 300 x 5 mm)
- Acryl- oder Schulmalfarbe
- Wolle
- Bastelkleber oder Holzleim
Nützlich ist auch:
- Unterlage
- Mischpalette
- Wasserbecher
- Radiergummi
- alter Lappen
Werkzeuge:
- Bleistift
- Zirkel oder runde Formschablonen
- Lineal oder Geodreieck
- Pinsel rund und flach
- Schere
Unterrichtsablauf:
Zu Beginn betrachten die Schülerinnen und Schüler ausgewählte Werke Wassily Kandinskys. Gemeinsam wird herausgearbeitet, dass abstrakte Kunst keine Gegenstände darstellt, sondern über Farben, Linien und Kontraste wirkt. Fragen zur Bildspannung, zu Ruhe und Bewegung leiten die Wahrnehmung.
Im Anschluss folgt eine bewusste Skizzenphase auf Papier. Die Kinder experimentieren mit Kreisen, Linien und einer begrenzten Farbpalette. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Wirkung:
Wo entsteht Spannung? Welche Bereiche wirken ruhig? Wie verlaufen Blickachsen?
Erst nach dieser Entscheidungsphase wird auf die grundierte Holzplatte gearbeitet. Zunächst entstehen farbige Flächen und Kontraste. Danach wird Wolle gezielt eingesetzt: als betonte Linie, als Verbindungselement oder als plastisch gefüllte Kreisform. Dabei erfahren die Kinder, dass Material selbst Ausdruck sein kann. Wolle kann Spannung verstärken, Richtungen lenken oder Flächen verdichten.
Zum Abschluss werden die Arbeiten gemeinsam betrachtet. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die Wirkung ihrer Komposition und reflektieren bewusste Gestaltungsentscheidungen.
Abstrakte Kunst einfach erklärt:
Abstrakte Kunst zeigt keine erkennbaren Dinge wie Menschen oder Häuser. Sie arbeitet mit Farben, Linien und Formen, um Gefühle und Stimmungen auszudrücken. Es geht nicht darum, was man sieht – sondern wie es wirkt und wie es sich anfühlt.
So entsteht ein Fadenbild im Stil von Kandinsky
- Holzplatte grundieren: Die Sperrholzplatte wird beidseitig mit Schulmal- oder Acrylfarbe grundiert, damit sie sich nicht verzieht. Anschließend vollständig trocknen lassen.
- Skizzenphase: In dieser Phase entwickeln die Schülerinnen und Schüler auf Papier erste Kompositionsideen. Sie experimentieren mit großen Kreisen, Linien und einer begrenzten Farbpalette (3–4 Farben). Der Fokus liegt auf der Bildwirkung: Wo entsteht Spannung? Wo wirken Bereiche ruhig? Es empfiehlt sich, darauf hinzuweisen, dass die Gestaltung nicht nur im Zentrum der Fläche stattfinden sollte.
- Komposition übertragen: Die ausgewählte Skizze wird auf die getrocknete Platte übertragen. Große Formen werden zuerst angelegt. Kreise können mithilfe eines Zirkels oder vorbereiteter Formschablonen (z. B. aus Moosgummi) konstruiert werden. Linien werden mit Lineal oder Geodreieck sauber gezogen.
- Farbflächen gestalten: Flächen werden ganz oder teilweise ausgemalt. Einige Bereiche können bewusst frei bleiben, wenn sie später mit Wolle gestaltet werden sollen. Auf eine ruhige, saubere Pinselführung achten. Anschließend gut trocknen lassen.
- Wolle planen und zur Probe legen: Die Wolle wird zugeschnitten und zunächst ohne Kleber aufgelegt. Dabei wird entschieden, ob sie Linien betonen, Formen verbinden oder Kreise bzw. Spiralen plastisch füllen soll. Die Wollführung beeinflusst die Bildspannung maßgeblich.
- Wolle gezielt aufkleben: Der Kleber wird dosiert aufgetragen, die Wollschnur vorsichtig aufgelegt und leicht angedrückt. Überlappungen sollten bewusst geplant werden. Farbkontraste – insbesondere Komplementärfarben – können die Wirkung zusätzlich verstärken.
Klebetipp:
Bespreche mit Deinen SuS, dass der Kleber nur dünn und gezielt als Linie aufgetragen wird – nicht flächig. Wolle sollte vorher zum testen der Wirkung ohne Kleber aufgelegt werden. So vermeidet ihr durchgeweichte Fäden und verschmierte Farbflächen – und die Gestaltungsentscheidung bleibt bewusst.