15 Sonnenblumen - Postimpressionismus im Kunstunterricht
Malen nach Vincent van Gogh mit der Rastermethode auf OSB
In diesem Projekt übertragen Schülerinnen und Schüler das berühmte Sonnenblumen-Motiv von Vincent van Gogh mithilfe der Rastermethode auf eine OSB-Grobspanplatte und gestalten es mit kräftigen Acryl- oder Schulmalfarben. Dabei entsteht kein „Abmalen“, sondern ein intensiver Gestaltungsprozess: Die Kinder beobachten genau, zerlegen das Motiv in überschaubare Rasterfelder und setzen es Schritt für Schritt neu zusammen. Auf der strukturierten Holzoberfläche entfalten die Farben eine besondere Tiefe – jeder sichtbare Pinselstrich wird Teil des Ausdrucks. So verbinden sich Kunstgeschichte, Technik und praktisches Arbeiten zu einem starken, ausstellungsreifen Ergebnis.
Geeignet für:
ab 4. Klasse
ab 10 Jahren
Kunstunterricht
Projektwochen
Zeitrahmen:
4 - 6 Unterrichtsstunden
Lernbereich:
- Einblick in die Biografie und Entwicklung des Künstlers
- Bildanalyse und Farbwirkung untersuchen
- Malen mit Acryl- oder Schulmalfarben
- Proportionen übertragen mit der Rastermethode
- Oberflächenwirkung von Holz erforschen
Differenzierung:
Alternativ zur Rastermethode kann das Motiv frei im Stil des Post-Impressionismus umgesetzt werden. Dabei steht nicht die genaue Übertragung des Originals im Vordergrund, sondern die eigenständige Interpretation.
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Was wird geschult?
Folgende Kompetenzbereiche werden mit diesem Modell besonders gestärkt:
Fachkenntnis:
- Leben und Wirken eines Künstlers
- Erkennen und Umsetzung der Kunstrichtung Post-Impressionismus
- Plakative Gestaltung mit leuchtenden Farben
- Nutzung von Malwerkzeugen
- Kennenlernen von Materialeigenschaften
Kreativität:
Eigene Farbnuancen entwickeln
Stimmung durch Farbe gestalten
Malerische Ausdrucksformen erproben
Motorik:
Kontrollierter Farbauftrag
Präzise Rasterübertragung
Bewusste Pinselbewegung
Das wird benötigt:
Material:
- OSB-Grobspanplatte
- Schulmal- oder Acrylfarbe
Nützlich ist auch:
- Malunterlage
- Mischpalette
- alten Lappen
- Grundierung
Werkzeuge:
- Bleistift
- Radiergummi
- Lineal
- Pinsel rund und flach
Unterrichtsablauf:
Zu Beginn betrachten die Schülerinnen und Schüler das Sonnenblumenbild von Vincent van Gogh. Sie beschreiben Farbwirkung, Stimmung und die auffälligen Pinselbewegungen. Gemeinsam wird erarbeitet, dass van Gogh mit Farbe Gefühle ausdrücken wollte.
Im nächsten Schritt wird die Rastermethode eingeführt. Durch die Unterteilung in Kästchen wird das große Motiv überschaubar. Feld für Feld entsteht die Vorzeichnung auf der OSB-Platte. Anschließend werden die Grundfarbflächen angelegt. Die Schülerinnen und Schüler experimentieren mit Gelb-, Ocker- und Grüntönen. Durch bewusste Hell-Dunkel-Abstufungen entsteht Tiefe.
In der Ausarbeitungsphase steht der Pinselduktus im Mittelpunkt: Die Kinder setzen sichtbare, lebendige Striche und erfahren, wie Bewegung im Bild entsteht.
Zum Abschluss reflektieren sie ihre Werke:Wie wirkt die Farbe auf Holz? Wo entsteht Dynamik? Wie unterschiedlich können gleiche Motive wirken?
Postimpressionismus kindgerecht erklärt
Vor über 100 Jahren begannen Künstler, die Welt anders zu malen. Sie wollten nicht mehr alles ganz genau darstellen, sondern zeigen, wie sich etwas anfühlt. Farben wurden kräftiger. Pinselstriche sichtbarer. Bilder wirkten lebendig und bewegt.
Das bedeutet: Nicht nur sehen – sondern fühlen.
Sonnenblumen nach Vincent van Gogh – Schritt für Schritt:
Zur proportionalen Übertragung des Motivs empfehlen wir die Rastermethode. Dabei wird das Originalbild in gleich große Kästchen eingeteilt. Auch die OSB-Platte erhält ein entsprechend vergrößertes Raster (z. B. 2 × 2 cm Vorlage → 4 × 4 cm auf Holz). Anschließend wird das Motiv Feld für Feld auf die OSB-Platte übertragen. Wichtig ist, jedes Kästchen einzeln zu betrachten und nicht das gesamte Bild auf einmal zu zeichnen. So bleibt der Überblick erhalten und auch großformatige Motive werden für die SuS gut beherrschbar. Die passende Motivvorlage steht im Downloadbereich kostenfrei zur Verfügung.
- Motiv mit Bleistift auf das Raster übertragen: Das Sonnenblumenmotiv wird Feld für Feld auf die OSB-Platte übertragen. Zunächst werden nur die Hauptformen skizziert: Vase, Blütenkreise, Stiele und Hintergrundflächen. Details folgen später. Ein ruhiger, kontrollierter Strich sowie das genaue Vergleichen der Proportionen innerhalb der einzelnen Kästchen stehen im Mittelpunkt.
- Farbflächen anlegen: Nun werden die großen Farbflächen deckend angelegt – zuerst Hintergrund und Vase, anschließend die Blütenbereiche. Gelb-, Ocker- und Grüntöne werden gemischt und in unterschiedlichen Helligkeitsabstufungen eingesetzt. So entsteht bereits in dieser Phase räumliche Tiefe. Die Farbe darf sichtbar bleiben und wird nicht glatt „ausgemalt“, sondern bewusst gesetzt.
- Farbwirkung und Pinselduktus bewusst einsetzen: Vor der Detailarbeit werden Farbnuancen gezielt gemischt. Van Gogh arbeitete mit leuchtenden, kräftigen Farben. Tiefe entsteht durch Hell-Dunkel-Kontraste – nicht durch ein einheitliches Gelb. Für die Ausarbeitung wird der Pinsel gezielt als Ausdrucksmittel eingesetzt. Die Striche bleiben sichtbar und folgen der Form der Blütenblätter oder der Rundung der Vase. Kurze, leicht geschwungene Bewegungen erzeugen Dynamik. Die Struktur der OSB-Platte verstärkt die lebendige Wirkung. Der sichtbare Pinselstrich macht Bewegung im Bild erfahrbar.
- Licht und Schatten ausarbeiten: Zunächst werden dunklere Farbtöne zur Betonung von Schatten eingesetzt. Erst anschließend werden mit helleren Gelb- oder Weißnuancen gezielt Lichtpunkte gesetzt. So gewinnen die Sonnenblumen an Plastizität und Tiefe. Kontraste werden bewusst verstärkt, bis das Bild eine klare und leuchtende Gesamtwirkung entfaltet.
Tipp:
OSB-Platten sollten vor dem Malen entstaubt werden. Eine ganz milchig, weiße Grundierung erleichtert das spätere Leuchten der Farben – ist aber kein Muss.
Differenzierung:
Freie Umsetzung im Stil des Post-Impressionismus
In dieser Variante wird bewusst auf die Rastermethode verzichtet. Dadurch wird der Anspruch erhöht und der Fokus bewusst auf Kreativität und Ausdrck gelenkt.
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ihre eigene Sonnenblumen-Komposition im Stil von Vincent van Gogh. Dabei entscheiden sie eigenständig:
- Wie viele Blumen werden dargestellt?
- Welche Größe und Anordnung wirkt stimmig?
- Wie wird der Hintergrund gestaltet?
- Welche Farbkontraste verstärken die Bildwirkung?
Der Schwerpunkt liegt auf konzeptionellem Denken, Gestaltungsentscheidungen und ausdrucksstarkem Farbauftrag. Der sichtbare Pinselduktus wird gezielt eingesetzt, um Bewegung und Emotion zu erzeugen.
Freie Gestaltung bedeutet hier: Mehr Verantwortung für Komposition und Ausdruck.
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Dieses Materialbundle ist ausgelegt für 12 Kunstwerke.
Das hier zusammengestellte Materialbundle bietet eine praktische Grundausstattung für die Umsetzung des Projekts. Es erleichtert die Planung und sorgt dafür, dass alle benötigten Materialien in passender Menge verfügbar sind.
Selbstverständlich können Sie das Bundle individuell anpassen. So bleibt genügend Spielraum für Ihre Lerngruppe, vorhandene Bestände oder persönliche Präferenzen.
Weitere passende Produkte finden Sie im unteren Seitenbereich. Viel Freude bei der kreativen Umsetzung!
Materialbundle Sonnenblumen nach Van Gogh
Passende Produkte
OSB-Grobspanplatten 12 x 210 x 300 mm
Abreiß-Palette, 40 Blatt (31 x 23 cm)
STAEDTLER Noris Bleistifte u. Radiergummi, 12 Stück
Keilrahmen Cotton 200 (24 x 30 cm) 3 Stück
Gold Line Pinsel flach Gr.8, 12 Stück
Gold Line Pinsel rund Gr.8, 12 Stück
Creall Eco Color Schulmalfarbe 6x 500ml
Amsterdam Primär Acrylfarben Set (5x 120ml)
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Vincent van Gogh im Kunstunterricht – Hintergründe und Unterrichtsideen
Wer war Vincent van Gogh?
Vincent van Gogh (1853–1890) gehört zu den bekanntesten Künstlern der Kunstgeschichte. Seine Bilder sind geprägt von intensiven Farben, sichtbaren Pinselstrichen und einer starken emotionalen Ausdruckskraft. Besonders berühmt sind Werke wie die „Sonnenblumen“ oder die „Sternennacht“.
Kunsthistorisch wird van Gogh dem Post-Impressionismus zugeordnet. Während der Impressionismus vor allem Licht und Momentaufnahmen der Wirklichkeit festhielt, nutzte van Gogh Farbe und Bewegung gezielt, um Gefühle und Stimmungen sichtbar zu machen. Genau diese ausdrucksstarke Bildsprache macht seine Werke für den Kunstunterricht besonders spannend.
Für Schülerinnen und Schüler sind van Goghs Bilder leicht zugänglich: kräftige Farben, dynamische Linien und klare Motive laden dazu ein, typische Stilmerkmale selbst auszuprobieren und kreativ umzusetzen.
Wie kann man den Post-Impressionismus im Kunstunterricht anwenden?
Der Post-Impressionismus eignet sich hervorragend für den Kunstunterricht, weil er Schülerinnen und Schülern viel gestalterische Freiheit ermöglicht. Im Mittelpunkt stehen dabei kräftige Farben, sichtbare Strichführungen und eine emotionale Bildwirkung.
Im Unterricht können Kinder typische Stilmerkmale von Vincent van Gogh analysieren und anschließend selbst anwenden. Dazu gehören zum Beispiel kurze, dynamische Pinselstriche, starke Farbkontraste oder bewusst vereinfachte Formen. Statt ein Motiv exakt zu kopieren, entwickeln die Schülerinnen und Schüler eigene Bildideen im Stil des Künstlers.
Solche Projekte verbinden Kunstgeschichte mit praktischer Gestaltung und fördern gleichzeitig Beobachtungsfähigkeit, Kreativität und die bewusste Entscheidung für Farben und Formen.
Warum eignen sich die Sonnenblumen von Vincent van Gogh besonders für den Kunstunterricht?
Das Sonnenblumenmotiv gehört zu den bekanntesten Werken von Vincent van Gogh und bietet einen idealen Einstieg in die Kunstgeschichte. Die klar erkennbare Form der Blüten, die kräftigen Gelb- und Orangetöne sowie die sichtbaren Pinselbewegungen machen das Bild für Schülerinnen und Schüler leicht verständlich.
Im Kunstunterricht lassen sich daran zentrale Gestaltungsprinzipien untersuchen: Farbwirkung, Hell-Dunkel-Kontraste und die Wirkung von Linien und Strichführung. Gleichzeitig ermöglicht das Motiv unterschiedliche Schwierigkeitsstufen – vom freien Gestalten bis zur strukturierten Übertragung mithilfe der Rastermethode.
So entsteht ein Kunstprojekt, das sowohl künstlerische Techniken vermittelt als auch einen Zugang zur modernen Kunst eröffnet.