Köpfe modellieren im Stil von Frida Kahlo
Plastisches Gestalten zwischen Identität & Ausdruck
In diesem Projekt tauchen Schülerinnen und Schüler in die kraftvolle Bildsprache von Frida Kahlo ein und übertragen prägnante Merkmale ihrer Selbstporträts in eine vollplastische Arbeit aus lufttrocknender Modelliermasse. Dabei entsteht Schritt für Schritt ein eigener Kopf mit Volumen, Proportion und charakterstarkem Ausdruck. Im Zentrum stehen grundlegende Techniken des plastischen Gestaltens ebenso wie die bewusste Auseinandersetzung mit Symbolik und Selbstbild. Das Projekt ist klar an Frida Kahlo orientiert, aber mit genügend Raum für eigene gestalterische Entscheidungen.
Geeignet für:
ab 5. Klasse
ab 11 Jahren
Kunstunterricht
Werken und Gestalten
Zeitrahmen:
6-8 Unterrichtsstunden
Trocknungszeiten beachten!
Lernbereich:
- Plastisches Gestalten / Dreidimensionales Arbeiten
- Porträt und Selbstinszenierung
- Material- und Werkzeugerfahrung: Modellieren mit Softton
- Farbe und Ausdruck
- Identität und Bildwirkung
Differenzierungsmöglichkeiten:
Vereinfachte Variante: Relief statt Vollplastik
Anspruchsvollere Variante: Eigenes plastisches Portrait
Grundsätlche Differenzierung über Gestaltungstiefe
Was wird geschult?
Folgende Kompetenzbereiche werden mit diesem Modell besonders gestärkt:
Fachkenntnis:
- Aufbau und Proportion eines menschlichen Gesichts
- Unterschied zwischen Fläche und plastischem Volumen
- Materialeigenschaften lufttrocknender Modelliermasse
- Grundprinzipien der Bildsprache Frida Kahlos
Kreativität:
- Entwicklung eines individuellen Ausdrucks
- bewusste Stilisierung von Merkmalen
- Einsatz symbolischer Elemente
- experimentelles Arbeiten mit Farbe
Persönlichkeitsentwicklung:
- Auseinandersetzung mit Selbstbild und Identität
- bewusste Selbstinszenierung
- Reflexion eigener Gestaltungsentscheidungen
- Präsentation und verbale Begründung
Das wird benötigt:
Material:
- Lufttrocknende Modelliermasse
- Stryroporkugel (ca. 6cm)
- Kreppklebeband
- Acrylfarbe
Nützlich ist auch:
- Unterlage
- Mischpalette
- Wasserbecher
- Holzperlen
- Filzplatten, Filzreste
- alte Zeitung
- alte Lappen
Werkzeuge:
- Modellierwerkzeug
- Pinsel Kunsthaar, flach und rund
- Schere
Unterrichtsablauf:
Der Unterricht beginnt mit der Betrachtung ausgewählter Selbstporträts von Frida Kahlo. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben zunächst, was sie sehen, bevor sie interpretieren. Schnell wird deutlich: Diese Porträts wirken nicht zufällig – sie sind bewusst inszeniert. Gemeinsam wird erarbeitet, dass Frida Kahlo nicht nur ihr Aussehen zeigt, sondern etwas über ihre Identität, ihre Stärke und ihre Haltung vermitteln möchte. Blumen, Tiere, Farben und Blickrichtung sind keine Dekoration, sondern Ausdrucksträger.
Zentrale Leitfragen für die Klasse:
- Was möchte Frida Kahlo mit ihrem Blick und ihrer Darstellung vermitteln?
- Welche Wirkung entsteht durch Farben, Symbole und Körperhaltung?
- Wenn ich mich selbst darstellen würde – was sollte man über mich erkennen?
Hier fällt die bewusste Entscheidung: Gestalte ich eine Frida-inspirierte Figur oder entwickle ich mein eigenes plastisches Selbstbild?
In der Umsetzungsphase steht zunächst der konstruktive Aufbau im Mittelpunkt. Eine Styroporkugel bildet die Grundlage, der Hals wird mit Zeitungspapier ergänzt und alles stabil fixiert. Die Unterkonstruktion macht deutlich: Eine Plastik entsteht nicht zufällig, sondern wird aufgebaut. Anschließend wird die Form dünn mit lufttrocknender Modelliermasse überzogen. Beim Modellieren von Augen, Nase und Mund geht es nicht nur um Proportion, sondern um Ausdruck. Die Schülerinnen und Schüler prüfen immer wieder: Wirkt mein Gesicht ruhig, stolz, ernst, stark? Welche Veränderung der Mund- oder Augenpartie verändert die Wirkung? So wird plastisches Arbeiten mit bewusster Gestaltung verknüpft.
Nach der Trocknung folgt die farbliche Gestaltung. Hauttöne werden gemischt, Kontraste gesetzt und Details ausgearbeitet. Blumen, Schmuck oder andere Elemente werden modelliert oder als Applikation ergänzt. Entscheidend ist die Aussage, jedes Detail sollte eine Funktion haben. Leitfragen: Ist dieses Element Dekoration – oder erzählt es etwas über meine Figur? So entsteht eine bewusste Verbindung zwischen Form, Farbe und Symbolik.
Am Ende präsentieren die SuS ihre Arbeiten und erläutern ihre Gestaltungsentscheidungen. Reflektiert wird: Welche Wirkung hat mein Porträt auf andere? Ist der Ausdruck so geworden, wie ich ihn geplant habe? Was sagt mein Werk über die dargestellte Person aus? Dabei wird deutlich: Ein Porträt zeigt nicht nur ein Gesicht, sondern eine Haltung.
Tipp zum Unterrichtsaufbau
- 1-2 Std. Analyse & Planung
- 2–3 Std. plastischer Aufbau
- 1–2 Std. Farbgestaltung
- 1 Std. Präsentation & Reflexion
Köpfe modellieren - So geht`s:
In diesem Projekt tauchen Schülerinnen und Schüler in die kraftvolle Bildsprache von Frida Kahlo ein und übertragen prägnante Merkmale ihrer Selbstporträts in eine vollplastische Arbeit aus lufttrocknender Modelliermasse. Dabei entsteht Schritt für Schritt ein eigener Kopf mit Volumen, Proportion und charakterstarkem Ausdruck. Im Zentrum stehen grundlegende Techniken des plastischen Gestaltens ebenso wie die bewusste Auseinandersetzung mit Symbolik und Selbstbild. So verbindet das Projekt handwerkliche Präzision mit persönlicher Haltung – klar an Frida orientiert, aber mit Raum für eigene gestalterische Entscheidungen.
- Grundform vorbereiten: Styroporkugel als Kopf verwenden, Halsansatz aus Zeitungspapier formen.
- Stabilisieren: Zeitung und Halsansatz mit Kreppklebeband fixieren und auf Standfestigkeit prüfen.
- Mit Modelliermasse überziehen: Kugel und Hals dünn und gleichmäßig mit lufttrocknender Modelliermasse überziehen. Nicht zu dick arbeiten.
- Proportionen festlegen: Augenlinie und Mittellinie leicht markieren, um Symmetrie und Platzierung zu überprüfen.
- Gesicht modellieren: Augenhöhlen andeuten, Nase separat formen und ansetzen, Mund und Wangen plastisch ausarbeiten.
- Details ergänzen: Haare, Blumen oder Schmuck modellieren oder bewusst reduziert gestalten. Werkzeuge gezielt einsetzen, Zwischentrocknung einplanen.
- Trocknen lassen: Arbeit mind. 24h durchtrocknen lassen, um Rissbildung zu vermeiden.
- Grundfarbe auftragen: Hauttöne mischen und gleichmäßig auftragen.
- Ausdruck ausarbeiten: Augen, Lippen und Kontraste mit feinem Pinsel gestalten.
- Dekorative Elemente anbringen: Blumen und Schmuck modellieren oder aus Filzplatten anfertigen und mit Bastelkleber oder alternativ Heißkleber befestigen.
Tipp zur Verarbeitung:
Softton sollte nicht zu dick aufgetragen werden. In dünnen Schichten arbeiten und Zwischentrocknungen einplanen. Zu massive Köpfe reißen schnell. Eine stabile, leichte Unterkonstruktion spart Material und verhindert Frustration.
Differenzierung:
Differenzierungsmöglichkeiten:
Vereinfachte Variante – Relief
Für einen niedrigschwelligen Einstieg wird das Porträt als Relief gestaltet. Das Gesicht wird flächig auf Karton oder eine Holzplatte modelliert. Der Fokus liegt auf Mimik, Oberfläche und Farbwirkung.
Anspruchsvollere Variante – Eigenes plastisches Portrait
Das Portrait kann auch als bewusst gestaltetes Selbstbild entwickelt werden – mit persönlichen Symbolen, charakteristischen Merkmalen oder einer gezielten Inszenierung. Um die Auseinandersetzung mit Identität zu vertiefen, können folgende Leitfragen eingebunden werden:
- Welche Eigenschaft von mir möchte ich besonders sichtbar machen?
- Was macht mich unverwechselbar?
- Welche Farben passen zu meiner Stimmung oder Persönlichkeit?
- Gibt es ein Symbol, das etwas über mich erzählt?
- Wirke ich so, wie ich gesehen werden möchte?
Diese Impulse helfen, über reine Formgestaltung hinauszugehen und das plastische Arbeiten mit Reflexion zu verbinden. So entsteht nicht nur ein Kopf aus Modelliermasse, sondern ein bewusst gestaltetes Selbstbild mit persönlicher Aussage.
Differenzierung über Gestaltungstiefe:
Unabhängig von der gewählten Variante kann der Anspruch über die Ausarbeitung gesteuert werden. Blumen und Schmuck können plastisch modelliert oder vereinfacht ergänzt werden. Die Farbgestaltung reicht von einer reduzierten Palette bis zu differenzierten Hautmischungen mit Licht- und Schattenwirkung. Gesichtszüge können realistisch oder bewusst stilisiert ausgearbeitet werden.