Uhr gestalten im Stil von Wassily Kandinsky
Abstrakte Kunst erleben – Geometrie, Farbwirkung und Funktion verbinden
In diesem Projekt gestalten die Schülerinnen und Schüler eine funktionstüchtige Wanduhr im Stil von Wassily Kandinsky. Dabei setzen sie sich mit abstrakter Kunst auseinander und entdecken, wie Linien, Kreise und Farben Spannung und Rhythmus erzeugen können. Aus einer MDF-Ronde entsteht Schritt für Schritt ein individuelles Kunstwerk – und gleichzeitig ein funktionaler Alltagsgegenstand. Die Verbindung von Gestaltung und Technik stärkt das Verständnis für Form, Wirkung und Konstruktion.
Geeignet für:
ab 3. Klasse
ab 9 Jahren
Kunst
Werken & Gestalten
fächerübergreifend mit Mathematik
Zeitrahmen:
2-3 Unterrichtsstunden
Lernbereich:
- Abstrakte Kunst verstehen
- Farbwirkung warm/kalt erproben
- Geometrische Formen bewusst einsetzen
- Bildspannung und Gleichgewicht gestalten
- Technische Montage eines Uhrwerks
- Verbindung von Kunst und Funktion
Was wird geschult?
Folgende Kompetenzbereiche werden mit diesem Modell besonders gestärkt:
Fachkenntnis:
- Leben und Wirken eines Künstlers
- Erkennen und Umsetzung der abstrakten Kunst
- Farbenlehre: Farbkontraste gezielt einsetzen
- Geometrische Formen konstruieren mit Zirkel und Geodreieck
Kreativität:
- Gestalterisches Experimentieren bei Farbwirkung und Formen
- Eigene Bildsprache entwickeln
- Gefühle und Stimmung über Farbe ausdrücken
- Ästhetisches Urteilsvermögen für Kompositionen
- Abstraktes Kuntverständis
Motorik:
- Exaktes Arbeiten mit Zirkel und Geodreieck
- Sauberes Ausmalen von Flächen
- Präzise Montage kleiner Bauteile
Das wird benötigt:
Material:
- MDF-Ronde
- Acryl- oder Schulmalfarben
- Permanentmarker schwarz
- Uhrzeiger
- Uhrwerk
- Batterie
Nützlich ist auch:
- Unterlage
- Radiergummi
- Wasserbecher
- alten Lappen
Werkzeuge:
- Zirkel
- Geodreieck
- Bleistift
- Pinsel rund und flach
- Schraubendreher
Unterrichtsablauf:
Zu Beginn setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit ausgewählten Werken von Wassily Kandinsky auseinander. Sie beschreiben Farben, Linien und Formen und überlegen gemeinsam, welche Stimmung oder Bewegung die Bilder auslösen. Dabei wird deutlich: Abstrakte Kunst zeigt keine Gegenstände, sondern wirkt über Farbklänge, Kontraste und Komposition.
Im nächsten Schritt experimentieren die Kinder bewusst auf Papier. In einer Skizzenphase gestalten sie erste Entwürfe mit Kreisen, Linien und einer begrenzten Farbpalette. Ziel ist nicht ein fertiges Bild, sondern das Erproben von Wirkung:
Wo entsteht Spannung? Wo wirkt es ruhig? Welche Farben dominieren?
Durch dieses Experimentieren entwickeln sie ein Gefühl für Gleichgewicht, Rhythmus und Bildaufbau. Erst nachdem eine Kompositionsidee bewusst gewählt wurde, übertragen sie ihren Entwurf auf die MDF-Ronde.
Die Gestaltung erfolgt nun sicherer und zielgerichteter. Nach dem Trocknen wird das Uhrwerk montiert. Die SuS erleben, wie aus einem künstlerischen Entwurf ein funktionaler Alltagsgegenstand entsteht – ein Moment echter Selbstwirksamkeit.
Abschließend reflektieren sie ihre Arbeiten:
Wie wirkt meine Uhr? Welche Farben bestimmen den Eindruck? Wo entsteht Bewegung?
Tipp aus der Praxis
Das Uhrwerk sollte erst ganz am Ende ausgegeben werden. So bleibt der Fokus auf der Gestaltung und die Montage wird zum bewussten Abschlussmoment.
Uhr im Stil von Kandinsky - So geht`s:
- Skizzenphase auf Papier: Während die Holzronde grundiert und getrocknet wird, entwickeln die Kinder erste Kompositionsideen auf Papier. Dabei überlegen sie, welche Farben verwendet werden sollen und wie die Formen auf der Fläche verteilt werden. Wichtig ist, dass die Gestaltung nicht nur im Zentrum stattfindet, sondern über die ganze Fläche hinweg Spannung entsteht.
- Komposition vorsichtig auf die Ronde übertragen: Mit einem Bleistift werden die wichtigsten Formen leicht vorgezeichnet. Kreise können mit Zirkel oder Formschablonen konstruiert werden, Linien mit Lineal oder Geodreieck. Die Linien sollten nur leicht angelegt werden, damit sie später nicht sichtbar bleiben.
- Gestaltungsentscheidungen bewusst planen: Vor dem Malen lohnt sich ein kurzer Blick auf die Komposition: Welche Flächen liegen vorne, welche überlappen sich? Soll an den Schnittstellen eine Mischfarbe entstehen oder sollen die Formen wie verschiedene Ebenen wirken? Diese Überlegungen helfen, den Farbauftrag bewusst zu planen.
- Farbflächen gestalten: In der Regel empfiehlt es sich, zunächst mit helleren Farben zu beginnen und dunklere Farben später darüber zu setzen. Dadurch bleiben die Farbtöne klarer. Flächen werden sauber und ruhig ausgemalt, damit die geometrischen Formen gut zur Geltung kommen.
- Überlappungen und Schnittflächen gestalten: Dort, wo sich Formen schneiden, können neue Farbflächen entstehen. Je nach Gestaltungsidee kann hier mit Mischfarben gearbeitet werden oder eine klare Trennung der Ebenen erhalten bleiben.
- Linien und Konturen ergänzen: Schwarze Linien können zum Schluss eingesetzt werden, um Formen zu betonen, Kontraste zu verstärken oder einzelne Elemente miteinander zu verbinden. Sie geben der Komposition Struktur und Rhythmus.
- Uhrwerk montieren: Nachdem die Farbe vollständig getrocknet ist, wird das Uhrwerk auf der Rückseite eingesetzt und die Zeiger werden vorsichtig montiert.
Abstrakte Kunst – einfach erklärt:
Abstrakte Kunst zeigt keine erkennbaren Dinge wie Menschen oder Häuser. Sie arbeitet mit Farben, Linien und Formen, um Gefühle und Stimmungen auszudrücken.
Es geht nicht darum, was man sieht – sondern wie es wirkt und wie es sich anfühlt.