Unterrichtsablauf:
Zum Einstieg wird das Bild gemeinsam betrachtet: Was fällt am Blick, am Licht und an der ruhigen Stimmung auf? Ein kurzer, altrgerechter Künstler-Input ordnet Vermeer und die Entstehungszeit ein. Hierbei hilft unser PDF zum kostenlosen Download.
Anschließend wird die Rastermethode als „Profi-Trick“ eingeführt: Die Vorlage wird in Kästchen eingeteilt und das Raster proportional auf das eigene Blatt übertragen. Dann arbeiten die Kinder Quadrat für Quadrat mit Bleistift: zuerst große Formen, danach Details – so bleiben Proportionen sicher und Frust niedrig. Danach werden die Farben gemischt und der Pinsel gezückt.
Je nach Zeitrahmen und Lerngruppe kann das Projekt sinnvoll erweitert werden: In einer zusätzlichen Phase setzen die Schülerinnen und Schüler weitere Schattierungen oder Farbakzente, um die Wirkung von Licht und Form bewusster herauszuarbeiten. Alternativ bietet sich eine kurze Präsentations- und Reflexionsrunde an: Die Kinder vergleichen ihre Ergebnisse und überlegen gemeinsam, wie die Rastermethode beim genauen Zeichnen geholfen hat. So wird aus der Zeichenübung eine bewusste Auseinandersetzung mit Bildwirkung und Arbeitsprozess – ohne zusätzlichen Materialaufwand.
Was wird geschult?
Folgende Kompetenzbereiche werden mit diesem Modell besonders gestärkt:
Fachkenntnis
- Kennenlernen der Rastermethode als zeichnerische Hilfstechnik
- Verstehen von Proportionen und Größenverhältnissen
- Auseinandersetzung mit einem kunstgeschichtlich bedeutsamen Porträt
- Grundlegender Einblick in Leben und Werk von Johannes Vermeer
- Bewusstes Wahrnehmen von Licht, Blickrichtung und Bildwirkung
Kreativität
- Eigene zeichnerische Umsetzung einer Bildvorlage
- Gestalten durch schrittweises Arbeiten vom Groben zum Detail
- Entwickeln eines sicheren Umgangs mit einer Zeichentechnik
- Variieren von Linienführung und Detailgrad je nach individuellem Können
Persönlichkeitsentwicklung
- Stärkung von Ausdauer und Konzentration
- Aufbau von Selbstvertrauen durch sichtbare Erfolgserlebnisse
- Reflektieren des eigenen Arbeitsprozesses
- Wahrnehmen und wertschätzen unterschiedlicher Ergebnisse
Die Rastermethode
Geeignet für:
ab Klasse 4
ab 9 Jahren
Kunstunterricht
Werken und Gestalten
Zeitrahmen:
3-4 Schulstunden
Lernbereich:
- Proportionales Zeichnen mit der Rastermethode
- Genaues Beobachten und Übertragen von Formen mit einer zeichnerischen Hilfstechnik
- Einblick in Werk und Arbeitsweise von Johannes Vermeer
- Bewusstes Wahrnehmen von Licht, Blickrichtung und Bildwirkung
Das wird benötigt:
Material:
Malgrund (Papier, Pappe, Leinwand)
Bleistift
Acrylfarben
Acryl-Stifte
Motiv-Vorlage (PDF download)
Nützlich ist auch:
Unterlage
Wasserbecher
Pinselreiniger
Malschürze
Werkzeuge:
Lineal
Pinsel
Radiergummi
- Mischpalette
Kostenfreies Bildungsmaterial:
So geht`s
Step 1: Raster anlegen – Vorbereitung
Zunächst wird die Bildvorlage gemeinsam betrachtet. Die Lehrkraft erklärt, dass das Motiv mithilfe eines Rasters in gleich große Kästchen unterteilt wird. Anschließend übertragen die Schülerinnen und Schüler das Raster proportional auf ihr Zeichenpapier. Dabei helfen Lineal und Bleistift. Wichtig ist, dass die Kästchen auf Vorlage und Zeichenpapier im gleichen Größenverhältnis stehen – nur so bleiben die Proportionen korrekt. Das Bild wird dadurch in viele kleine, gut überschaubare Bereiche gegliedert.
Step 2: Motiv übertragen – Orientierung im Raster
Nun beginnen die Schülerinnen und Schüler, das Motiv Kästchen für Kästchen zu übertragen. Zuerst werden grobe Umrisse und wichtige Linien eingezeichnet. Die Lehrkraft betont, dass es nicht um Schnelligkeit geht, sondern um genaues Hinsehen: Wo verläuft die Linie im Kästchen? Wo beginnt und endet sie? Details werden bewusst noch weggelassen. Radieren ist erlaubt und Teil des Lernprozesses.
Step 3: Zeichnung ausarbeiten – Details ergänzen
Sind die Grundformen angelegt, werden nach und nach Details ergänzt. Gesichtszüge, Kopftuch und Konturen werden genauer ausgearbeitet. Sobald das Motiv vollständig übertragen ist, können die Rasterlinien vorsichtig radiert oder abgeschwächt werden. Die Zeichnung wirkt nun klar und zusammenhängend – die Schülerinnen und Schüler erkennen, wie hilfreich die Rastermethode für ein sicheres Arbeiten ist.
Step 4: Gestalten & vertiefen – Farbe und Wirkung
Im letzten Schritt kann die Zeichnung weitergestaltet werden. Mit Acrylfarbe oder Farbstiften werden ausgewählte Bereiche betont, um Licht, Flächen und Bildwirkung sichtbar zu machen. Alternativ bleibt die Zeichnung bewusst grafisch.
Die Rastermethode eignet sich besonders gut für unterschiedliche Lernniveaus. Je nach Lerngruppe können größere oder kleinere Rasterkästchen verwendet werden. Schwächere Schülerinnen und Schüler arbeiten mit vorbereiteten Rastern oder zeichnen nur einen Teilbereich des Porträts. Stärkere Kinder können zusätzliche Details ergänzen oder sich an einer feineren Ausarbeitung versuchen. So arbeiten alle am gleichen Motiv – aber auf ihrem individuellen Niveau.