Windlicht im Stil von Henri Matisse
Mit Farbe, Form und Licht bewusst gestalten
Der Künstler Henri Matisse liebte Farben und Formen. In seinen späteren Jahren schnitt er einfache, freie Formen aus buntem Papier aus und setzte sie zu großen, lebendigen Bildern zusammen. Davon inspiriert führt dieses Kunstprojekt Kinder der 2. Klasse altersgerecht an die Moderne heran. Im Mittelpunkt steht das experimentelle Arbeiten mit kräftigen Farben, freien organischen Formen und der besonderen Wirkung von Licht.
Geeignet für:
ab 2. Klasse
ab 7 Jahren
Kunstunterricht
Werken und Gestalten
Laternenzeit
Zeitrahmen:
2 - 3 Unterrichtstunden
Lernbereich:
- Kunstgeschichte (Moderne Kunst, Scherenschnitt-Technik)
- Bildgestaltung mit freien Formen
- Farbwirkung und Transparenz
- Zusammenhang von Licht, Farbe und Raum
- Material- und Werkzeugkompetenz
- Feinmotorische Präzision
Was wird geschult?
Folgende Kompetenzbereiche werden mit diesem Modell besonders gestärkt:
Fachkenntnis:
- erkennen typische Merkmale moderner Kunst wie freie Formen und kräftige Farbflächen
- unterscheiden transparente und lichtundurchlässige Materialien in ihrer Wirkung
- beschreiben, wie Licht Farben verändert und verstärkt
- planen und gestalten eine einfache, bewusst angeordnete Bildkomposition
Kreativität:
- Freie Formfindung ohne Vorlage Matisse
- Bewusste Farbwahl (Kontrast, Harmonie)
- Individuelles Gestalten
Motorik:
- Feinmotorik mit geschwungenen Formen lernen
- Exakte, saubere Platzierung auf dem Untergrund
- Hand-Auge-Koordination
Das wird benötigt:
Material:
- Laternenboden- und deckel
- Transparentpapier - Laternenzuschnitt
- Faserstifte
- Moosgummi
- LED-Teelicht
Nützlich ist auch:
- Unterlage
- Bleistift
- Faserstifte
- Klebetift
Werkzeuge:
- Schere
Unterrichtsablauf:
Der Unterricht beginnt mit der Betrachtung ausgewählter Werke von Henri Matisse. Die Kinder beschreiben, was sie sehen: große Farbflächen, geschwungene Formen, keine realistische Darstellung. Die Lehrkraft lenkt den Blick auf Wirkung statt auf Genauigkeit.
Anschließend wird gemeinsam erarbeitet, dass Matisse in seinen späteren Jahren Formen ausschnitt, anstatt sie zu malen. Dieses Prinzip wird aufgegriffen: Nicht „schön malen“, sondern bewusst gestalten. In einer kurzen Experimentierphase testen die Kinder auf Transparentpapier, wie Farben wirken, wenn Licht hindurchscheint. Dadurch entsteht ein unmittelbarer Erfahrungsbezug.
In der Gestaltungsphase entwickeln die Schülerinnen und Schüler eigene organische Formen. Die Formen werden zunächst lose angeordnet, bevor sie fixiert werden. Dieser Zwischenschritt stärkt das bewusste Komponieren. Zum Abschluss werden die Windlichter im abgedunkelten Raum betrachtet. In einer Reflexionsrunde beschreiben die Kinder: Welche Farben leuchten besonders stark? Wo entsteht Tiefe? Wie verändert Licht die Wirkung?
So wird Wahrnehmung auch sprachlich gesichert.
UNSER TIPP:
Formen immer zuerst nur auflegen lassen – nicht sofort kleben. Gerade in der 2. Klasse entstehen durch spontanes Kleben häufig ungünstige Kompositionen. Die „Probephase“ erhöht die gestalterische Qualität deutlich – ohne Mehrarbeit.
So einfach geht`s:
Dieses Projekt lebt vom bewussten Zusammenspiel zweier Materialien:
Fasermaler auf Transparentpapier erzeugen leuchtende, durchscheinende Farbflächen. Moosgummi hingegen ist lichtundurchlässig. Es setzt klare Kontraste und strukturiert die Komposition. Sobald das LED-Licht im Inneren brennt, verändern sich Intensität und Wirkung der Farben nocheinmal sichtbar.
- Auf Transparentpapier freie Blatt- oder Fantasieformen vorzeichnen.
- Mit Fasermalern kräftig ausmalen.
- Formen auf Moosgummi übertragen.
- Moosgummiteile sauber ausschneiden.
- Gestaltete Elemente zunächst lose auf dem Transparentpapier anordnen.
- Komposition prüfen (Abstände, Überlappungen, Farbwirkung im Gegenlicht).
- Moosgummiteile mit Klebestift fixieren.
- Laternenzuschnitt um den Boden legen und befestigen.
- Überlappende Enden auf der Rückseite fixieren.
- LED-Teelicht einsetzen und Wirkung testen.
Miniprofil: Wer war Henri Matisse?
Er lebte von 1869–1954 und war ein französischer Künstler. Er liebte kräftige Farben und schneidet in seinen letzten Lebensjahren Formen aus Papier aus. Er wollte mit Farben Gefühle zeigen, nicht die Wirklichkeit kopieren.
Merksatz: “Matisse malte nicht, wie etwas aussieht – sondern wie es sich anfühlt.“